Argentinien - Land grosser Gegensätze und atemberaubender Schönheit - zählt immer mehr zu den Top-Anbaugebieten für Weine. Wie in vielen
Regionen pflanzten auch in diesem südamerikanischen Land Geistliche die ersten Reben an. So war es 1557 Padre Cedrón, der in der Stadt
Santiago del Estero die ersten Reben auf argentinischem Gebiet gepflanzt hatte. 1561 war die Gründung der für den Wein so bedeutenden Stadt
Mendoza durch Pedro de Castillo. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts gab es viele florierende Weingärten in Mendoza. Einwanderer, darunter viele
Italiener und Franzosen, brachten Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot und Syrah mit, ausserdem Eichenfässer, Wissen und Erfahrung im
Weinbau.
Um 1900 erlebte der junge unabhängige Staat Argentinien eine Blütezeit. Argentinien war in dieser Zeit eines der reichsten Länder der Welt,
vor allem dank seiner Agrarexporte, während Europa in einer tiefen Krise steckte. In einer grossen Einwanderungswelle kamen viele italienische
und spanische Einwanderer. Sie brachten eine intensivere Art des Weinbaus mit sowie fast alle italienischen Traubensorten wie Barbera, Sangiovese,
Bonarda, Nebbiolo, Freisa und Dolcetto. Viele heute noch bestehende Betriebe wie Norton,
Leoncio Arizu/Luigi Bosca, Tittarelli oder Suter wurden in dieser aufstrebenden Zeit der Jahrhundertwende gegründet.
Im Jahre 1977 kelterte Don Raúl de la Mota in der Bodega Weinert den ersten "grossen" Malbec: Den heute legendären 1977er Weinert
Malbec * Estrella, der bis heute keinen würdigen Nachfolger gefunden hat.
Lange Zeit waren es ausschliesslich Insider wie Swissair Angestellte, die direkt aus Argentinien Wein mitbrachten. Erst 1985 führten
zielgerichtete Exportbestrebungen der argentinischen Weinproduzenten dazu, dass ihre Weine auch in der übrigen Welt bekannter wurden.
1988 war ein kleines Ereignis in der argentinischen Weinwelt. Die gebürtige Argentinierin Lidia Zuberbühler gründete in Bern die
Casa de Vinos
Argentinos, um argentinische Spitzenweine und insbesondere Top-Malbecs bekannt zu machen. Es ist Ihr, vor allem Dank unermüdlichen Einsatz,
gelungen, einige der renommiertesten Bodegas einem Schweizer Publikum bekannt zu machen, das diese charaktervollen unverfälschten Erzeugnisse
zu schätzen weiss.
Casa de Vinos Argentinos ist bis heute der bedeutenste Importeur von Argentinischem Wein in der Schweiz geblieben. Noch immer
ist der Exportanteil klein, so wurden im Jahr 2001 von 16 Mio. produzierten Hektolitern, nur deren 0.9 Mio. Hektoliter oder 5.6 % exportiert.
Casa de Vinos Argentinos
vertritt heute viele renommierte Bodegas wie Luigi Bosca,
Bernardo Weinert,
Norton,
Nieto Senetiner, sowie weitere
kleinere Produzenten. Nebst den sortenreinen Malbecs geniessen auch die Cuvés, sortenreine Cabernets-, Syrahs-, Sangioveses, Barberas oder
Bonardas einen hohen Stellenwert in der Produktion. Aber nicht nur Rotweine sind beliebt - auch die aromatischen Weissweine finden immer mehr
Liebhaber. Für eine überraschung unter den Weinen sorgen die Torontes. Diese Rebsorte ist in Europa ausgestorben. In der Provinz Salta wird sie
in grosser Höhe angebaut. Der Wein versprüht einen lieblichen, fruchtigen Duft und sorgt mit einem frischen Abgang für eine wahre
Gaumenüberraschung.
Der argentinische Wein hat bis heute seine Eigenständigkeit bewahrt. Die "traditionelle" alte Schule bleibt neben den Errungenschaften der
modernen Weinschule bestehen. Bedingt einerseits durch ein vielseitiges Angebot an Traubensorten mit sehr grossem Potential und andererseits
durch die Möglichkeit, unterschiedliche Weinphilosophien auszuleben, entsteht ein vielseitiges, spannungsvolles Weinangebot. Malbec-Weine aus
Mendoza der traditionellen wie auch der neuen Schule finden daher weltweit ihren Platz in den Kellern und Gläsern der anspruchsvollsten
Weinliebhaber und Weinsammler.